E-Auto-Rekord im September: Mehr als jeder dritte Neuwagen fährt elektrisch
Die Elektromobilität in Deutschland erreicht einen neuen Höchststand. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im September 2026 genau 88.599 reine Elektroautos neu zugelassen – fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. Der Marktanteil liegt damit erstmals bei über einem Drittel.

Quelle: KBA-Pressemitteilung Nr. 41/2026 und FZ10-Modellstatistik · Stand: Oktober 2026
📊 Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
| Kennzahl | September 2026 | Anteil | ggü. Sept. 2025 |
|---|---|---|---|
| Pkw-Neuzulassungen gesamt | 256.774 | 100 % | +9,0 % |
| Elektroautos (BEV) | 88.599 | 34,5 % | +94,7 % |
| Hybride gesamt | 98.871 | 38,5 % | +1,7 % |
| davon Plug-in-Hybride | 27.681 | 10,8 % | ±0,0 % |
| Benziner | 44.632 | 17,4 % | −29,2 % |
| Diesel | 23.058 | 9,0 % | −20,1 % |
| Ø CO₂-Ausstoß | 82,7 g/km | – | −19,6 % |
⚡ Dritter Rekordmonat in Folge
Der September setzt eine klare Entwicklung fort: Nach 29,3 Prozent im Juli und 32,4 Prozent im August kletterte der Elektroanteil nun auf 34,5 Prozent. Vor einem Jahr lag er noch bei gerademal 19,3 Prozent.
Auch gegenüber dem Vormonat ging es deutlich nach oben – um 28,5 Prozent. Zum Vergleich: Benziner und Diesel kamen im September zusammen nur auf 67.690 Neuzulassungen und damit deutlich weniger als die reinen Stromer. Plug-in-Hybride treten dagegen auf der Stelle.
Das Tesla Model Y ist das meistzugelassene Auto Deutschlands
Das Tesla Model Y führte im September nicht nur das E-Auto-Ranking an, sondern die gesamte Pkw-Statistik – noch vor dem VW Golf.
| Rang | Modell | Neuzulassungen |
|---|---|---|
| 1 | Tesla Model Y | 8.038 |
| 2 | Tesla Model 3 | 4.512 |
| 3 | Škoda Elroq | 4.128 |
| 4 | Škoda Enyaq | 2.852 |
| 5 | VW ID.4 / ID.5 | 2.795 |
| 6 | VW ID.3 | 2.425 |
| 7 | Mini Electric | 2.389 |
| 8 | VW ID.7 | 2.331 |
| 9 | Mercedes GLC | 2.205 |
| 10 | Mercedes CLA | 2.164 |
Die Marke Tesla kam insgesamt auf 12.552 Neuzulassungen – ein Plus von 268,7 Prozent. Ein Teil davon ist allerdings dem typischen Quartalsend-Effekt geschuldet: Schon im März und Juni hatte das Model Y ähnliche Spitzen erreicht, in den Monaten dazwischen lagen die Zahlen deutlich niedriger.
In der Jahreswertung liegt deshalb weiterhin der Škoda Elroq vorn (30.845 seit Januar), knapp vor dem Model Y (29.464).
Private Käufer treiben den Boom voran
Der eigentliche Treiber sind Privatkunden. Ihre Neuzulassungen stiegen laut KBA um 28,5 Prozent, ihr Anteil am Gesamtmarkt lag bei 40,3 Prozent. Gewerbliche Zulassungen gingen dagegen leicht um 1,2 Prozent zurück.
Bei Privatkäufern ist das E-Auto inzwischen fast die Regel: Laut einer Auswertung des Marktforschers Dataforce stiegen die privaten BEV-Zulassungen um 171 Prozent auf 50.418 Fahrzeuge. Damit war fast jeder zweite privat gekaufte Neuwagen ein reines Elektroauto.
Als wichtigster Grund gilt die E-Auto-Förderung des Bundes, für die seit Mai Anträge gestellt werden können. Je nach Einkommen und Zahl der Kinder gibt es bis zu 6.000 Euro Zuschuss, Anfang Oktober wurde die Marke von 100.000 bewilligten Anträgen überschritten. EY-Autoexperte Constantin Gall bringt es auf den Punkt: „Die Elektro-Prämie wirkt, und zwar kräftig.“ Er warnt allerdings auch vor einem Einbruch, sobald das Förderbudget aufgebraucht ist.
Auch Importmarken und China-Hersteller legen zu
Fast jedes zweite neue E-Auto stammt inzwischen von einer ausländischen Marke: Laut dem Importeursverband VDIK waren es im September 40.627 Fahrzeuge oder 45,9 Prozent.
Starke Zuwächse über alle Antriebe verbuchten vor allem neue Anbieter:
- BYD: 6.040 Neuzulassungen (+85,6 %) – allerdings mit hohem Plug-in-Hybrid-Anteil
- Leapmotor: 2.652 (+191,4 %)
- Xpeng: 1.250 (+418,7 %)
- Smart: 1.071 (+138,0 %)
Im Jahresduell hat Tesla BYD damit wieder überholt: 44.810 zu 42.788 Neuzulassungen seit Januar. VW bleibt mit 16,5 Prozent Marktanteil zwar die mit Abstand größte Marke, verlor im September über alle Antriebe aber 6,1 Prozent.
Ausblick
Ob der Rekordkurs hält, zeigt sich mit den Oktoberzahlen, die das KBA Anfang November veröffentlicht. Ein Update wird es direkt hier geben. Da der Tesla-Quartalseffekt dann wegfällt, dürfte der Elektroanteil vorübergehend etwas sinken. Mittelfristig entscheidend ist vor allem die Förderung: Die Bundesregierung hat sie für rund 800.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride kalkuliert – wie lange das Budget reicht, wird den Markt in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.
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